Gastautor "ungenannter Leser" schreibt ab heute für Euch

06.06.2014 19:43

Vorstellung und erster Beitrag eines Gastautoren

Mein ungenannter Leser hat mir angeboten,  mich (un)regelmäßig zu entlasten und ihm als Gastautor das Thema Finanzen zu überlassen. Bisher versorgte er mich mit Links, nun wird er ganze Blogbeiträge scheiben.

Sehr gern! Gerade in Zeiten des Blog-Umbaus und der vielen Projekte im Freien sage ich hiermit DANKE :)

Aber ich finds trotzdem schade, dass ich ihn nicht nennen darf, denn er hat es verdient.
Zu seiner Person darf ich nur verraten, dass er sowohl in Süditalien als auch in Deutschland lebt, von Beruf Rechtsanwalt ist und mit beiden Sprachen vertraut.

Für Euch werde ich seine Beiträge unter dem Pseudonym „ungenannter Leser“ einstellen, womit er einverstanden ist. Ihr werdet seinen Stil mögen – ich tu es!

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Werte Leser und Sparer,

nachdem @mamaleone und auch andere Leser oft auf Enteignungspläne hingewiesen haben ist es nun soweit.
Der erste Schritt wurde getan und dieser ist einschneidend und trifft alle. Wer spart ist mit im Boot. Und dieses hat enorme Schieflage.
Auf der Titanic wurde bis zum bitteren Ende weitergespielt. Und wir befinden uns mitten in einem endenden Kettenbrief. Auf einem Boot, welches leck in stürmischer See taumelt.

Lange vor dem Euro hatten meine Eltern Ersparnisse für ihren Lebensabend. Sie legten diese nach dem fatalen Besuch eines besonders schleimigen Exemplars sogenannter „Vermögensberater“ an der Börse an.
In der Dotcom-Blase verloren sie knapp die Hälfte, indem sie jeden Schritt taten, den dieser Mensch empfahl.
Danach wurde er mit Besuchsverbot belegt. Aber es war schon zu spät.
Leider war es mir nie möglich, mir mit Ratschlägen Gehör zu verschaffen.
„Der Prophet im eigenen Land…“
Auch eine Klage gegen dieses Exemplar wurde mir von meinen Eltern leider verwehrt. Sie wollten nur noch vergessen und abhaken.

Es wurde weiter gearbeitet und weiter gespart. Nun galt es aufzuholen, denn die zu erwartende Rente würde nicht ausreichen, um das Eigenheim im Alter zu halten. Zumal in Deutschlands Klima mit jährlichen Winterschäden und Wartungsarbeiten zu rechnen ist. Man verstehe in diesem Falle die hanseatischen Eltern, welche Hilfe vom Sohn nicht mit ihrem Stolz und Ehrgefühl vereinbaren können. Jedoch sind noch nicht alle Messen gesungen. Man wird sehen.

Freunde sind die, die einen zuerst hintergehen. Böses Sprichwort.
Aber nun waren es die guten Freunde, die zu diversen Sparverträgen und Versicherungen rieten.
Der Prophet blieb wieder ungehört und ab sofort wurde umgeschichtet und diverse Ordner füllten sich mit Papier, Auszügen, Wertermittlungen.

Nach und nach sind in den vergangenen Jahren die Guthabenzinsen gesenkt worden.
Der Euro brachte, auch wenn das mancher Leser nicht lesen will, eine 50%ige Sofort – Enteignung.

Und jetzt der italienische Zauberer Draghi.

Das erste Mal in unserer Geschichte haben wir Negativzinsen. Es ist ein Experiment, welches Inflation ermöglichen soll. Weil angeblich die Preise fallen. Welche?
Zahlen Sie heute weniger für Strom, Gas, Benzin, Essen, Bücher, Kino, Reparaturen etc. als noch vor 10 Jahren?

Die Minuszinsen bewirken Folgendes, sehr einfach erklärt:

Man legt 1000 Euro an und sie schmelzen jeden Monat.
Silvio Gesell hatte eine Idee zum sogenannten Schwundgeld. Ausgeben statt horten.
Wer sich dazu belesen möchte, dem sei ein Artikel aus 2013 empfohlen:

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/schwundgeld-geld-das-mit-der-zeit-an-wert-verliert-12543949.html

Nun will man Sie zwingen, Ersparnisse aufzubrauchen. Die letzte Zuckung, um die Wirtschaft wieder zu beleben.
Flankiert wird das Ganze sicherlich gern von diversen neuen Gesetzen, die ein Geldausgeben erzwingen.

Die neuen EU-Richtlinien zu Kleinklärgruben sind ein gutes Beispiel dafür. Wer eine funktionierende Klärgrube älteren Baujahres hat, wird zur kostspieligen Nachrüstung gezwungen. Schnell sind Tausende wortwörtlich im Lokus verschwunden. Ohne Sinn und Nutzen versteht sich. Es geht nur darum, künstliche Nachfrage zu generieren.
Sie müssen kaufen und ausgeben. Das Gesetz wird dementsprechend gestaltet. Sie haben keine Wahl.

Sie denken an Ihre Erben, ihre Nachkommen?
Sie sparen für die Kinder und Enkel?
Lassen Sie es.
Man wird Ihr Erbe beschlagnahmen.
Erste Vorstöße gibt es. Nicht viel Zeit wird vergehen, bis es in ein Gesetz gegossen wird.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/versichern-und-schuetzen/nachrichten/krankheitskosten-verstorbener-versicherungschef-will-kosten-vom-erbe-abziehen-12972318.html

Ab sofort gelten Minuszinsen für die Banken, die sich bei Draghi Geld borgen und dort sparen, indem sie sie da belassen wo sie sind, statt sie in Umlauf zu bringen.
Aber Banken haben ihren Kunden noch NIE etwas geschenkt. Und auch dieses Mal werden die Kunden den Strafzins, den Minuszins, bezahlen.
Über erhöhte Gebühren, über weniger bis Null Zinsen auf ihr Sparvermögen.

Noch vor kurzer Zeit verlinkte @mamaleone hier meine Empfehlungen zum Thema.
Damals ging es um Minizinsen, welche Sparkapital auffressen.
Nur Tage später sind wir bereits bei Minuszinsen.

Mache sich jeder seine Gedanken zum Thema Sparen – oder Ausgeben.

Meine persönliche Meinung, und nur die verkünde ich in meinen Gastartikeln, geht nicht in die Richtung -> sinnlos Geld ausgeben.
Selber habe ich mich und meine Familie anders positioniert. Und dies bereits vor Jahren.
Doch zu spät ist es nie. Zu spät ist es, wenn die Ersparnisse schmelzen statt bewahrt zu werden . Auch und gerade in tiefen Krisen gab es Schlaue und Vorausschauende, welche nicht alles verloren, sondern stattdessen die Zeiten genutzt haben.
Doch dies ist ein neues Thema.

Für Ihre Aufmerksamkeit und @mamaleones Einverständnis danke ich und verbleibe bis zum nächsten Beitrag, so erwünscht

Ihr ungenannter Leser