Genmais und häßliche apulische Zitronen

12.02.2014 14:39

EU sät Genmais und Zwietracht - so heißt ein interessanter Artikel des Österreichischen "Kurier".

http://kurier.at/politik/eu/eu-saet-genmais-und-zwietracht/50.843.570

19 Länder (auch Italien) haben mit NEIN gestimmt - kein Anbau des giftigen Genmais, der nützliche Insekten bedroht.
7 Länder haben mit JA gestimmt und 1 Land - Deutschland - hat sich enthalten.

Hätte Deutschland auch mit NEIN gestimmt, wäre die qualifizierte Mehrheit erreicht worden und das Thema Genmais in der EU wäre vom Tisch.

Ich hatte damals berichtet..)

So dürfen wir auf die nächste Runde "Konzerne und Chemie gegen die EU-Bevölkerung" warten.
Bis dahin haben die Konzerne und ihre Lobbyvertreter genügend Zeit, "Überzeugungsarbeit" zu leisten, Leckerlis zu verteilen, Leute unter Druck zu setzen, um doch noch zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

Auch wenn ich hier im Paradies sitze, auf mein unbehandeltes Gemüsefeld schaue, in dem Raupen krabbeln, Schmetterlinge fliegen und Gesundes wächst für den Mittagstisch, so ist es mir nicht gleichgültig, was ringsherum passiert.
Denn wer meint, dass es völlig schnurz wäre, was hinter der Grenze angebaut wird, der irrt.
Pollen fliegen kilometerweit, Bienen wissen nicht, dass sie mit dem Nektar der Blüten Gift aufnehmen und dann in den Honig einarbeiten, den wir auf unserem Brötchen essen und den sie an ihre Brut verfüttern.

Man sollte denken, dass das große Bienensterben und die durch Monokultur ausgelaugten Böden, auf denen nach einmaligen Gen-Samen nichts anderes mehr wächst, für Klarheit in den Köpfen gesorgt hätte.
Weit gefehlt.
Ungarn ist bisher das einzige Land der EU, welches Monsanto und seine Versuche und Produkte völlig rausgeworfen hat, darum muss es in den Medien auch imemr mal so richtig runtergemacht werden.
Einfach viel zu widerspenstig, diese Ungarn! Haben sogar die Kapitallebensver(un)sicherungen und ihre Hedgefonds etc. angegriffen, die den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen. So gehts nun wirklich nicht. (Ironie aus)
Aber momentan ist ja die "pöhse" Schweiz dran.. Ungarn bekommt eine Verschnaufpause.

Heute morgen hatten wir auf dem Markt ein gutes Gespräch mit mehreren Bauern, die mit ihren kleinen Ape ihr Feldgemüse verkaufen. Einer hatte Zitronen, die waren so häßlich anzusehen, dass sie in keinem LIDL Einlass gefunden hätten. Eine lag obenauf - angeschnitten.
Drinnen goldgelb, saftig - und völlige Natur.
Er spritzt nicht und nimmt das gefleckte Aussehen in Kauf, da er von der Natürlichkeit seiner Ware lebt, die der Kunde sucht.
Er erklärte, dass diese Zitronen schrumpeln, aber nicht schimmeln.
Die aus dem Supermarkt sind mehrfach gespritzt,  für den Transport mit weiteren Giften besprüht und lagern dann teils ewig in den Kühlhäusern, bis sie - vergiftet, aber schön anzusehen - auf den Tischen landen.
Lässt man sie ein wenig liegen, bildet sich schnell ein blauer Schimmel.
Ja, ist mir auch schon passiert.

Hier nun hat man die Möglichkeit, sich gesund zu ernähren, selber anzubauen ohne große Mühe, denn einmal in der Erde und genug Wasser da, wächst alles gigantisch.
Mein Gemüse steht inzwischen auf einer Wiese voller wilder Calendulablumen und Gras.
In die frisch gefräste Erde hatten wir die Gemüsepflanzen klein eingesetzt. Dann kam der Winter und der Regen.
Dann wuchs alles ringsherum zu und fing an zu blühen.
Nun muss man schon genau hinsehen, um zwischen Wildkräutern, Gras und Blumen das Gemüse zu finden. Aber es ist genug fette Erde für alle da und anscheinend gefällt diese Permakultur ohne Arbeit dem Gemüse. Denn es wächst und wächst und wir kommen mit dem Essen nicht mehr nach.

Wenn dann alles aufgegessen ist, kommt die grobe Fräse und alles wird untergefräst und dient gleich zur natürlichen Düngung.



Inzwischen habe ich in kleinen Behältern wieder gesät und werde dann nach dem Fräsen meine kleinen Pflänzchen einsetzen.
So wird der Kreislauf erhalten und nach dem vielfältigen Wintergemüse aus Kultur-Brokkoli, wildem Brokkoli, Mangold, Cichorie, Cime di Rape und Wassercichorie kommen die Gemüse von Frühjahr und Sommer dran.

Und nein, ich mag kein Gengemüse haben und achte auf alte Sorten und ursprüngliche Sorten aus der Umgegend. Man kann hier, da 12 Monate im jahr Ernte ist, wirklich nach dem Kalender sehr gut essen und braucht nichts Importiertes, was erstmal mehrere Giftduschen benötigt, um überhaupt Transport und Lagerung zu überstehen.
Außerdem sind die Produkte der Jahreszeit und von "um die Ecke" hier sehr preiswert.
Vom Markt habe ich mir auch Orangen und Clementinen mitgenommen, das Kilo zu 80 Cent und zuckersüß.

Und davon schäl ich mir jetzt mal eine Schüssel voll :D